Endlich Wochenende - Zu viert sind wir von Mumbai aufgebrochen, um im südöstlich gelegenen Lonavla ein paar Tage der Großstadt zu entfliehen. Mit unseren Rucksäcken bewaffnet trafen wir uns Freitag Abend rechtzeitig an der Bahnstation, um mit den Zug ins Umland zu fahren.
Zugfahren in Indien ist ein Erlebnis Endlich Wochenende - Zu viert sind wir von Mumbai aufgebrochen, um im südöstlich gelegenen Lonavla ein paar Tage der Großstadt zu entfliehen. Mit unseren Rucksäcken bewaffnet trafen wir uns Freitag Abend rechtzeitig an der Bahnstation, um mit den Zug ins Umland zu fahren.Wir kamen etwa 3.00 Uhr nachts an unserem Zielort an. Wo wir ausstiegen, war außer den auf dem Bahnhof nächtigenden Menschen, weit und breit niemand zu sehen. So haben wir uns
diesen Leuten dann auch angeschlossen und unser Nachtlager unter freien Himmel aufgeschlagen. Die meisten unter uns waren auf recht warme Temperaturen eingestellt und haben sich mit einer Unterlage und einer leichten Decke begnügt. Überraschenderweise wurde die Nacht etwas kühler, nicht zuletzt auch weil ein mäßiger Wind wehte. Morgens machten wir uns alle noch vor dem Einsetzen des Schienenverkehrs - mehr oder weniger ausgeschlafen - auf die Reise. Unser erstes Ziel waren die Bhaja Caves. Sie sind auf 200 v.Chr. datiert und befanden sich auf der südlichen Hügelkette der Ghats. Für die 3 km Fußweg brauchten wir nicht all zu lange und so waren wir noch vor der amtlichen Eröffnung des Geländes dort. An sich hätte uns dies die Eintrittsgebühr erspart, jedoch haben wir Hügelland vor Ort etwas zu lange getrödelt.
Als uns der Wärter auf seinem eigentlich so friedvollen Weg zur Arbeit erspähte, fing er auch gleich an, wie wild auf seiner Trillerpfeife zu blasen. Danach konnten wir dann etwa eine halbe Stunde lang das Wortgefecht unseres indischen Kumpanen und dem Wärter verfolgen. Thema war der Eintrittspreis, der für Ausländer wie immer völlig
überteuert war. Zur Zeit beträgt er das 20fache dessen was Inder zahlen (ehemals war es das 40fache). strahlender Sonnenschein und 30° im Schatten Nachdem der Wärter beruhigt werden konnte, wurde alles wesentlich entspannter. Wir wanderten weitere 4 bis 5 Stunden in Richtung eines Forts, wo wir auch übernachten wollten. Auf dem Weg dorthin konnten wir die Berglandschaft mit ihren vereinzelten
Seen genießen. Wir hatten, wie zu dieser Jahreszeit zu erwarten, strahlenden Sonnenschein bei gewiss mehr als 30 Grad. Seit wir das Dorf nahe der Zugstation verlassen haben, hatten wir auch einen sehr treuen Hund als Begleiter. Fortan wich er nicht mehr von unserer Seite und hat sich als vollwertiges Mitglied in unsere Reisegruppe integriert. Kurz vor Mittag erreichten ein weiteres Dorf, wo wir bei einer gastfreundlichen Familie erst mal unseren Durst mit ein paar Gläsern "Sweet Lemon" löschten. Dankend verliessen wir das Dorf um vor der lähmenden Mittagshitze eine buddhistische Höhle nahe einem Fort zu erreichen. Nach einem schweißtreibenden Aufstieg erreichten wir Teerunde am Mittag die Höhle, die
auch unser Nachtlager werden sollte, rasteten wir erst einmal, auch um etwas Schlaf nachzuholen.
Am Nachmittag konnten wir von der Hügelspitze aus das Fort und die Umgebung bewundern. Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang endete dann unser ereignisreicher Tag. Wir sammelten Holz und machten es uns vor unserer Höhle mit einem
Lagerfeuer gemütlich. Zwei von uns gingen abendlicher Blick auf die Jagd, um etwas für das Abendessen aufzutreiben.
Nach weniger als einer Stunde kehrten sie mit mit einer Schüssel voller Chapatis - eine der typisch indischen Teigwaren - aus dem Dorf vor dem Fort zurück. Satt und
zufrieden genossen wir das Ambiente von Kerzenschein und Lagerfeuer und philosophierten den restlichen Abend darüber, wie die Mönche 160 v. Chr. hier gelebt haben müssen . Der Mond stieg vor unseren Augen auf und zusammen mit den Lichtern der im Tal vor uns liegenden Dörfer und dem klaren Sternenhimmel hatten wir die richtige Stimmung um zufriedenst unsere Seelen baumeln zu lassen. dreiste Affen weckten uns
Die Nacht war auch wesentlich schlafgefüllten als die vorige. Nur die gelegentlichen Überfälle der Affen sowie das Zanken der immer mehr werdenden Hunde hatte uns hin und wieder aufgeweckt. Am nächsten Tag besuchten wir dann die touristisch viel stärker frequentierten Karla Caves auf der nördlichen
Hügelkette. Doch wahrscheinlich war es nicht der größte existierende Buddhistentempel, sondern vielmehr der Weg dorthin, was uns wieder so faszinieren konnte. Denn auf dem Pfad entlang der indischen Dörfer und Felder fühlt Tempelhöhleneingang man sich in ein Land vor unserer Zeit versetzt. Dort wird mit Sichel geerntet und mit Holzpflug und Ochse das Feld gepflügt.
Um so seltsamer ist es dann auch, wenn man sich nach wenigen Stunden Zugfahrt in einer der weltweit größten Metropolen wiederfindet. Dort ist es dann auch nicht nur mit einmal extrem hektisch, verschmutzt und menschenüberfüllt, sondern auch viel schwüler als im Hinterland. Dann wird man auch wieder die Reisegruppe v.l.n.r. Chetan, daran erinnert, dass man in Indien ist, wo Ilhami, Shweta, Daniel die Gegensätze und Vielfalt kaum größer sein können... |