Natürlich
fährt man nicht einfach los, weil man eines Morgens diesen tollkühnen Entschluss fasst. Bei uns beiden war es ein ziemlich langer Prozess bis feststand, dass wir wirklich losfahren. Wenn wir heute zurückblicken, dann begann alles mit Claudia Metz und Klaus Schubert, die uns mit Ihrer Diashow „Abgefahren – in 16 Jahren um die Welt“ schwer beeindruckt haben (Hamburg, 2000). Klar, wir sind beide leidenschaftliche Motorradfahrer, aber ein solches Abenteuer? Dennoch ertappten
wir uns immer wieder bei dem Gedanken: toll, so etwas müsste man auch mal machen – das wär’s doch! Und schon lag das Buch der beiden neben dem Bett; wir haben es regelrecht verschlungen. Auf einmal merkt man, hey, da gibt es ja noch mehr solcher „Helden“, die das Abenteuer gewagt haben. Wir hätten gar nicht geglaubt, wieviele Bücher man lesen kann, die alle eins zum Thema haben: Eine Auszeit, um die Welt zu entdecken. Etwa zwei Jahre später (April 2002) trafen
wir zwei Weltenbummler, Sabine und Fred, mit Ihrer BMW in Thailand. Es brauchte nicht viel an Erzählungen, bis uns das Fieber nun völlig gefangennahm. Dieser Urlaub hat im wahrsten Sinne die Weichen gestellt für ein tolles Jahr: wir haben geheiratet und uns gleichzeitig ein großartiges Ziel gesetzt: Im März 2003 beginnt unsere Weltreise. Diese Zeit bis dahin war begleitet von Freude, Euphorie und Zweifeln. Können wir wirklich auf all die kleinen Annehmlichkeiten verzichten, ohne die
man nicht auszukommen glaubt? Denn eins wurde bald klar: Fahren wir zusammen auf unserer Honda Transalp, müssen wir mit jedem Gramm Ausrüstung geizen. Ein zweites Motorrad würde während der Reise nur doppelte Kosten an Wartung Sprit und Transfer bedeuten.  Die Honda Transalp verpackt
| Wir merken schnell, dass eine gute Planung unheimlich wichtig ist. Als erstes hingen wir im Flur eine riesige
Weltkarte auf und fingen an, wichtige Informationen darauf festzuhalten. Lesen, lesen, lesen ist unerlässlich. Erik hat hervorragende Listen erstellt: Eine zum Beispiel zeigt die besten Reisezeiten für jedes Land und die zu erwartenden Reisekosten pro Tag. Damit konnten wir schon einmal einen groben Routenplan zusammenstellen. Die wichtigste Liste jedoch führt uns die gesamte Ausrüstung inkl. Gewichtsangaben vor Augen und erinnert daran, wie wenig Gepäck wir
mitnehmen dürfen. Hier wurde schon so manches Teil wieder gestrichen, um überflüssiges Gewicht zu reduzieren. Ob wir wirklich die richtigen Dinge ausgewählt haben, wird sich zeigen...Erik konzentrierte sich auf den Umbau des Motorrads. Wertvolle Tipps und Ideen erhielt er im Honda-Transalp-Forum, vielen Dank dafür. Nebenbei experimentierte ich damit herum, aus Mehl, Wasser und Salz Sauerteigbrot zu backen.
So arbeiteten wir uns seit November 2002 täglich, aber auch stetig unserem Ziel näher. Kündigten unsere Jobs und lösten die Wohnung auf. Das Motorrad haben wir am 13. Januar 2003 verschifft – nicht ohne in einer letzten Nachtschicht und nach vielen Garagenwochenenden alles in einer Kiste niet- und wackelfest zu verpacken. Jetzt freuen wir uns riesig darauf, dass es endlich losgeht. Denn eins ist uns klar
geworden: Der erste Schritt ist, den Entschluss zu fassen, eine Weltreise zu machen. Der zweite, weitaus schwierigere Schritt bedeutet aber, hier wirklich loszulassen. Autorin: Hanka Forkert |